WUT! Wir alle kennen dieses Gefühl! Der eine mehr, der andere weniger. Der eine wird sehr schnell wütend und könnte dann Bäume ausreißen und ein anderer ist eher gechillt. Manche von uns können es nicht ertragen, wenn andere wütend sind. Wieder andere sind sich gar nicht darüber bewusst, dass sie ständig wütend durch den Tag gehen.

Doch die gesunde Wut in ihrer Kraft befähigt uns dazu Dinge zu ändern, die wir ändern können

Und das ist toll! Wir brauchen die Wut in ihrer Kraft, um den Dingen, die uns im Leben begegnen, entgegen treten zu können und aktiv zu bleiben.

Wozu ist Wut gut?

Wut in ihrer Kraft brauchen wir, um zu wissen, wer wir sind und was wir wollen. Mit ihr können wir für uns Klarheit schaffen und für andere so greifbar sein. Mit ihrer Kraft können wir uns bewusst von anderen abgrenzen. Sie ermöglicht uns aktiv zu werden und befähigt uns zu handeln.

Wir schaffen mit der Wutkraft Dinge, die wir sonst nicht angehen würden. Manche Menschen zum Beispiel, gehen mit ihrer Wutkraft auf die Straße und demonstrieren für die Dinge, die ihnen wichtig sind.

Die Interpretation zu Wut ist: Das ist FALSCH

Die Interpretation zu dem Gefühl Wut ist: „Das ist falsch“. Wir beziehen hier die Position, dass wir etwas ändern können.

Wuetendes Kind

Ist Wut gut oder schlecht?

Doch Wut hatte in unserer Gesellschaft noch nie ein gutes Image. Früher galt sie in der katholischen Kirche sogar als Todsünde.
Auch heute sind sich viele Menschen der Kraft der Wut nicht bewusst. Vielmehr wird sie in ihrer Schattenseite wahrgenommen – die zerstörerische Wut.

Doch schon in der Kindheit setzt sich der Mensch mit seinen Gefühlen auseinander. Viele Eltern finden die Trotzphase ihres Sprösslings als sehr anstrengend. Dabei ist sie so interessant.. Der Zwerg erlebt zum ersten mal, dass er Entscheidungen treffen kann und mit seinem Verhalten etwas bewirkt. Das Kleinkind lernt gerade das Thema Selbstwirksamkeit kennen.
Und? Ist das gut oder schlecht?
Das ist Mega!

Wut als Kraft brauchen wir…

  • um aktiv zu werden
  • um uns abzugrenzen
  • um klar ja oder nein zu sagen
  • um Klarheit für uns zu haben und für andere greifbar zu sein
  • um Position zu beziehen und ernst genommen zu werden
  • um zu wissen, was wir wollen und wer wir sind

Woher kommt die unbändige Wut?

Wut gibt es – ob in Kraft oder Schattenseite – seit Beginn der menschlichen Existenz. Sie entspringt in unserem Gehirn im limbischen System – genauer gesagt in der Amygdala. Die Amygdala ist zusammen mit der Großhirnfinde verantwortlich für unsere Gefühle und Emotionen – also auch für unserer Wut. (Mehr dazu hier LINK Gehirn)

Was löst Wut aus?

Für uns Erwachsene gibt es verschiedene Auslöser für unsere Wut. Allgemein lösen unangenehm empfundene Bemerkungen oder Situationen unsere Wut aus. Mit dabei sind: Respektlosigkeit, Enttäuschung, unangemessene Kritik, Ungerechtigkeit, Verletzung des Selbstwertgefühls oder Überforderung oder Belästigungen. Wenn dann noch der Rachegedanke mit in die Wut einfließt, wird sie explosiv.

Wo zeigt sich Wut im Körper?

Wenn Du wütend wirst, steigt Dein Adrenalinspiegel. Dein Herz-Kreislauf-System wird angeregt. Der Puls steigt und die Atmung wird schneller. Deine Muskeln spannen sich im Körper an und vielleicht ballst Du sogar unbewusst Deine Hand zur Faust. Dir wird warm und fängst vielleicht an zu schwitzen. Manche kochen innerlich so, dass die Schweißperlen von der Stirn laufen. Presst du Deine Zähne vielleicht aufeinander?

Was nun?

Wohin mit der Wut?

Eine Möglichkeit um in einer Streitsituation wieder runter zu fahren: Aktiviere Deinen Parasympathikus – ATME! Von alleine baut sich das Adrenalin auch ab – aber es dauer länger! UND:

Lass die Wut gezielt raus

Zieh Dich aus der Stress-Situation zurück! Fordere jetzt Deinen Körper! Stampfe energisch auf den Boden, mach Liegestützen, schreie rum (keinen an!) mit der Vorstellung, dass Du die ganze Energie an die Erde abgibst. Box in den Boxsack oder geh joggen!

Wut in ihrem Schatten

Die Schattenseite der Wut wirkt eher zerstörend. Wenn Du zu viel Wut in Dir trägst, wirst Du schnell aufbrausend und aggressiv – Dein Körper kocht weil er ständig unter zu viel Adrenalin steht. Schon bei dem kleinsten Auslöser explodierst Du.

Hier sind dann wohl Emotionen am Werk, denn die Wut sollte der Situation angemessen sein. Wenn z.B. im Streit die Teller oder andere Gegenstände durch die Küche fliegen weil der Abwasch noch nicht gemacht ist, ist das eindeutig zu viel Wut. Wenn einer im Gespräch anfängt zu brüllen, dann spricht man von der Schattenseite der Wut, die da hoch kommt. Sie vernichtet.

Doch auch hier hat sich unser System etwas dabei gedacht… Es ist auch nur eine Schutzreaktion. Du hast sicher schon viel erlebt in Deinem Leben, das Dich so geprägt hat! Doch möchtest Du so sein? Ist das nicht anstrengend auf Dauer?
Möchtest Du etwas ändern?
(LINK)

Wutfaust

Die Dosierung macht´s

Wir brauchen Wut zum Leben! Nicht zu viel und nicht zu wenig. Wir brauchen sie, um den Situationen, die uns im Leben begegnen, gewappnet zu sein. Wir brauchen sie, um aktiv zu werden und uns abzugrenzen.

Sie steckt voller Energie und Adrenalin. Doch diese Energie begegnet uns auch schon in ganz kleinen Dingen. Zum Beispiel ist das Aufheben eines Gegenstandes, der uns gerade aus der Hand gerutscht ist, auch schon eine Minidosis Wutkraft. Sie bewegt uns nämlich dazu, den Gegenstand wieder aufzuheben.

Wenn uns die Wutkraft fehlt

Vielleicht hast Du in Deiner Kindheit schon gelernt, dass Wut zerstört….? Oder Du hast gelernt, dass MAN nicht wütend sein darf…? Dann wirst Du diesen negativen Leitsatz wohl in Dir tragen. „Ich darf nicht wütend sein“ hängt wie ein Mantra über Dir und Du wirst aufkeimende Wut sofort umwandeln.

Fehlt uns die Wutkraft in unserem Gefühlskompass (LINK folgt), reagieren wir häufig mit Trauer oder Scham. Wenn wir keine Wut haben – oder zu wenig, reagieren wir automatisch mit einem anderen Gefühl. Oftmals Scham oder Trauer. Wir fallen in unseren Autopiloten und reagieren unbewusst.

Zusammenfassung zum Thema WUT

  • Interpretation: Das ist falsch
  • Eigene Position: Ich kann etwas ändern
  • Aufgabe: Handlung
  • Kraft: Klarheit
  • Schattenseite: Zerstörung
  • zu viel Wut: aggressiv, cholerisch, kritisch, frustriert
  • zu wenig Wut: unklar, zweifelnd, grenzenlos, entscheidungsunfreudig

 

Zu viel Wut

Wenn Du zu viel Wut in Dir trägst, äußert sich das so:

  • Du bist schnell aufbrausend und aggressiv
  • Du bist oftmals cholerisch
  • Du bist oftmals und schnell kritisch
  • Du bist schnell frustriert
  • Deine Reaktionen sind der Situation nicht angemessen

 

Zu wenig Wut

Wenn Du zu wenig Wut in Dir trägst, äußert sich so:

  • Du bist unklar über Dich selbst und in Deinen Äußerungen
  • Du zweifelst oftmals
  • Du kennst Deine Grenzen nicht und kannst sie nicht benennen
  • Dir fällt es schwer, Entscheidungen zu treffen

 

ABER: Egal ob zu viel Wut oder zu wenig Wut in Dir wohnt…. Das muss so nicht bleiben! Du kannst aktiv etwas dafür tun, damit sie in Waage kommt. Und den ersten Schritt hast Du schon getan: Du überlegst bestimmt gerade, wie es in Dir aussieht, oder? (Mehr dazu hier LINK folgt)

10. Juli 2020