Was ist eine Selbst-Schutzstrategie?

Eine Selbstschutz-Strategie oder Schutzstrategie ist eine Strategie um sich zu schützen. Es ist eine Abfolge von Denkmustern und Handlungen, die unser Unterbewusstsein entwickelt hat, um den Schmerz einer seelischen Verletzung und Gefühle, die daraus resultieren, nicht zu fühlen. Aggressivität in Streitsituationen, Verdrängung, Perfektionismus oder Lügen sind solche Schutzmechanismen, die das Unterbewusstsein entwicket.

Ritter in Schutzruestung

Das Kind übernimmt nun die Verantwortung

Wenn es von Geburt an nicht gelingt, dem Wunsch des Kindes nach Bindung, Geborgenheit, Liebe und Halt, Selbständigkeit, Autonomie und Selbstwirksamkeit zu vermitteln, übernimmt das Kind die Verantwortung dafür.

Im Kindesalter
Ein Kind, dass für sich zu dem Resultat gekommen ist „Ich genüge nicht“ (weil es sich z.B. Aufmerksamkeit oder Zuwendung „erarbeiten muss“) versucht nun sich und die Eltern vom Gegenteil zu überzeugen und natürlich sich und seinen Eltern zu genügen. Es versucht ein besonders liebes und artiges Kind zu sein und es versucht alles richtig zu machen. Das ist der entscheidende Punkt bei der Prägung. Dieses unbewusste Programm wächst mit bis ins Erwachsenenalter. Der Glaubenssatz ist fest verankert und wird weiter abgespult und immer wieder im Unterbewusstsein bestätigt.

Der Erwachsene
Der Erwachsener ist noch immer davon überzeugt, dass er nicht genügt und versucht weiterhin alle Erwartungen anderer zu erfüllen und alles richtig zu machen.

Und voilá: Der Mensch entwickelt seine Schutzstrategie: Das Perfektionsstreben

Wie genau funktioniert jetzt so ´ne Schutzstrategie?

Du trägst den Glaubenssatz in Dir „Ich genüge nicht“, „ich bin nicht wichtig“

Ist dieser Glaubenssatz in Dir verankert, zieht er sich das durch Dein ganzes Leben und alle Deine Beziehungen. Dabei ist es egal um welche Beziehung es sich handelt. (Freundschaften, Liebe, als Arbeitnehmer oder als Elternteil). Und wer will schon den Glaubenssatz „ich genüge nicht“ in sich spüren?

Das geschieht in Dir

Du fängst an zu kompensieren… Du bemühst Dich mehr und mehr. Schließlich willst Du es Dir und anderen beweisen und Dich und die anderen vom Gegenteil zu überzeugen. „Es soll nicht stimmen, dass ich nicht genüge!“

Du drehst und drehst. Schließlich willst du genügen. Immer mehr verhedderst Du Dich in Details, denkst großflächig und kleinkariert zugleich. Jeder, mit dem Du in engerer Beziehung stehst, soll davon überzeugt werden, dass Du natürlich genügst. Und Du willst es Dir ja auch beweisen.

Dabei merkst Du gar nicht, dass Du ständig über Deine eigene Grenzen gehst. Schon in der Kindheit hast Du gelernt, diese auszublenden und Dich den Gegebenheiten und Deinem Umfeld anzupassen. Bitte nicht auffallen. Es könnte ja jemand sagen, dass es noch nicht genügt.

Hinzu kommt Deine Schutzstrategie – Dein Perfektionismus, der sich schon sehr früh entwickelt hat. Dieser lässt Dich nicht zur Ruhe kommen. Du willst es besser machen – Du willst mehr machen – um zu genügen. Und somit stehen Dein Körper und Deine Seele unter ständigem Stress. Das Stresslevel ist ständig ganz oben im Überspannungsbogen angelegt.

Wer sagt denn, wann es genug ist?

Sowohl emotionaler Stress als auch körperlicher Stress lassen Dich nicht zur Ruhe kommen. Nur wenn jemand von außen sagt: „Es ist gut“ oder Dein Körper Dir einen Schlusspunkt setzt – dann kommst Du zur Ruhe. (Das wird in Beziehungen echt lustig)

Du hast nicht gelernt, auf Deinen Körper zu hören. Du fühlst nicht, was Dein Körper Dir zu sagen versucht. Du hast immer nur den Rahmen von außen wahr genommen, den man Dir gesteckt hat. Einen eigenen hast Du noch nicht. DESHALB gehört jetzt auf Dein Tagesprogramm:

Grenzen wahrnehmen mit „Achtsamkeitsübungen“ und „Fühlen lernen“

Du hast schon früh gelernt auf Deine Grenzen zu verzichten
um gut genug für andere zu sein.

Dein Gespür dafür, was andere brauchen ist excellent ausgebildet. Denn das war und ist Deine Überlebensstrategie.

Du bist sensibel für Deine Umwelt. Wenn Du auch noch das Gen zur Hochsensibilität in Dir trägst, musst Du doppelt so gut auf Dich aufpassen).

Damit Du lernst, Deine Grenzen zu fühlen und Dir Deiner bewusst zu werden, ist es nun Deine Tagesaufgabe das Fühlen wieder zu lernen. Achtsamkeitsübungen unterstützen Dich dabei.

Achtsamkeit

Abgenzen durch Wahrnehmung

Wenn Dir die Wahrnehmung Deiner Bedürfnisse fehlt, ist es kaum möglich, klare Grenzen zu setzen.

Wenn Du in Kontakt zu Dir selber bist und weißt, was Du brauchst und wie Du da dran kommst, kannst Du allerdings schon bald Grenzen setzen lernen.

Wir alle brauchen diese Grenzen um uns achtsam zu verständigen und damit unsere Beziehungen (LINK folgt) funktionieren.

(Wut hat auch was mit Grenzen setzen zu tun – vielleicht magst Du hierzu noch ein bisschen lesen…?)

18. September 2020