In Beziehnung mit Anderen

  • Wenn Du einen Raum betrittst, in dem viele Menschen sind, kannst Du die Grundstimmung sehr schnell aufnehmen. Die Gefühle / Emotionen der anderen Menschen erkennst Du sehr schnell
  • Du adaptierst die Stimmung / das Gefühl Deines Gegenüber in windeseile und machst sie zu Deiner. (Noch kannst Du nicht unterscheiden, ob es sein Gefühl ist oder Deins – das lernst Du noch!)
  • Streitsituationen kannst Du überhaupt nicht ertragen. Du liebst die Harmonie und bist eher ein Streitschlichter als ein Mitstreiter
  • Da Du sehr harmoniebedürftig bist, gibst Du in Streitsituationen gerne nach. Es soll schnell wieder die Ruhe einkehren, die Du so für Dich brauchst. Des lieben Frieden Willens überquerst Du oftmals deswegen Deine Grenzen (wenn Du ihrer schon bewusst bist)
  • Du bist ein tiefgründiger Mensch und liebst solche Gespräche. Mit Oberflächlichkeiten sowie Small Talk tust Du Dir schwer. Das hat natürlich Auswirkungen auf die Beziehung zu anderen
  • 1:1-Gespräche können unglaublich schnell anstrengend für Dich werden – wenn sie nicht tiefgründig sind. Du hältst Leute nur vorübergehend aus, bevor alles zu viel wird und die Stimmung kippt. Spontane Aufbrüche und Verabschiedungen sind dann das Resultat

Hochsensibilität & Trauma

Vermischt sich das frühkindliche Trauma mit der Hochsensibilität, gelingt es Dir zunächst nicht, Zugang zu Deinen eigenen Gefühlen zu finden. Du musst durch viele Schichten Selbstschutz, um nachzuspüren, wie es Dir geht. (Link zum Thema Fühlen folgt)

Wenn Du gefragt wirst, wie es Dir geht, bist Du schlichtweg überfordert. Du scannst Deinen Körper in Sekunden – ist alles ok – also geht es Dir gut

Die Gefühle der Anderen stehen im Vordergrund

  • Weil Du die Gefühle anderer Menschen adaptierst, vermeidest Du jegliche Art von Auseinandersetzungen. Du verbiegst Dich für andere und kannst Dich nicht abgrenzen, weil Du Dich aufgrund der adaptierten Gefühle genauso schlecht fühlst, wie der andere, dem gerade etwas nicht passt

  • Viele von uns haben die Fähigkeit in einem Gespräch das Thema zu wechseln, wenn die Situation zu kippen droht und eine Auseinandersetzung oder ein Streitthema wahrscheinlich werden

  • Es ist eine Herausforderung für Dich, Verabredungen mit Freunden oder Bekannten zu vereinbaren. An manchen Tagen hast Du Angst davor, weil Du nicht abschätzen kannst, wie viel Input Du noch ertragen kannst.
    Die nächste Hürde bei Verabredungen ist die: Wenn Du Dich verabredet hast und merkst, dass Dir auf einmal alles zuviel ist, hast Du das nächste Problem: Wie kommst Du aus der Situation wieder raus, ohne den anderen vor den Kopf zu stoßen? Was sagst Du und wie?

  • Weil Du alles tiefer und intensiver fühlst, liegt Deine Toleranzgrenze für Unannehmlichkeiten weit unter dem Durchschnitt. Dadurch bist Du schneller überfordert

Denken und Entscheidungen

  • Manchmal hast Du das Gefühl, dass Du langsamer denkst als andere… Nun.. Du denkst auf mehreren Ebenen gleichzeitig, bringst die Ergebnisse zusammen und wägst gleichzeitig schon ab. Du denkst vielschichtiger und beziehst mehrere Ebenen mit ein. Du denkst nicht langsamer – nur vielschichtiger

  • Wenn Du etwas tust, denkst Du viel darüber nach, welche Wirkung das auf andere hat und haben könnte. Du möchtest niemandem ein Problem bereiten. Deswegen denkst Du immer einen Schritt weiter und wägst alles ab. Dieses kann zu großen Konflikten innerhalb Deiner Beziehung führen

  • Entscheidungen zu treffen fällt Dir oft sehr schwer – vor allem, wenn Du ein Scannertyp bist – weil alles ständig in Deinem Kopf durchgespielt und abgewogen werden muss
Abstrakt

Emotionen und Gefühle

  • Filmszenen, Songs oder Passagen eines Buches gehen Dir unter die Haut! Du leidest mit den Hauptfiguren des Buches, weinst, wenn die Darstellerin im Film traurig ist und weinst auch, wenn sie glücklich ist

  • Die Nachrichten der Welt zu sehen oder zu lesen hasst Du. Du erträgst das Leid der anderen nicht und wirst wütend und traurig über die Ungerechtigkeit in dieser Welt

  • Du neigst dazu, Gefühle und Emotionen überdurchschnittlich zu zeigen und erwartest das von anderen Menschen genauso. Du bist irritiert, wenn sie es nicht tun – doch sie können es so gar nicht

  • Du bist ein Tagträumer. Du kannst Dich stundenlang darin verlieren, in Deinem Kopf lebhafte Situationen, Gefühle & Emotionen auszumalen und durchzuspielen

  • Du suchst in Dingen nach Details, die Dir dann ein genaues Bild zeichnen und etwas in Dir auslösen

  • Wenn andere fragen, warum Du weinst, kannst Du es oft nicht sagen. Dabei ist es ganz einfach: Du weinst, wenn Du glücklich bist und Du weinst wenn Du traurig bist – außerdem weinst Du, wenn Du ergriffen bist

  • Die Gefühle anderer Menschen zu verletzen, ist für Dich kaum  tragbar. Es fällt Dir oft schwer, nein zu sagen und so tust Du Dinge, die Du eigentlich gar nicht tun möchten – nur um Dein Gegenüber nicht zu verletzen. (Denn Du weißt genau, wie sich das anfühlt)
    Die Gefahr liegt darin, dass Du Deine Grenzen nicht kundtust, wenn Du sie denn überhaupt schon kennst!?

Verliebt sein & Bindung

  • Du verbindest Deine Erlebnisse mit einem bestimmten Gefühl. Menschen, Orte, Situation und Erlebnisse – An allem hängen Emotionen mit dran!

  • Wenn Du mal jemandem vertraust, gibt es nichts, was Du vor ihm verstecken würdest. Doch in dem Moment, wenn Du Dich zurückgewiesen, varraten oder zu Unrecht behandelt fühlst, ziehst Du die Mauern als Schutz um Dich herum meterhoch. (LINK zu Bindung folgt)
  • Weil Du alles viel schneller und intensiver fühlst, hast Du schneller das Gefühl verliebt zu sein – manchmal aber auch viel zu schnell und viel zu stark
  • Gleichzeitig spielen Angst und Überstimulation eine große Rolle, denn das Risiko dass Dein Herz gebrochen wird oder Erwartungen nicht erfüllt werden, ist überdurchschnittlich hoch
Love you to the moon and back
Verbunden sein

Gerechtigkeit & Loyalität

  • Du bist sehr loyal und nimmst die Bindung zu Menschen privat und beruflich sehr ernst. So lange Du Dich mit ihnen verbunden fühlst und einen Funken Potenzial darin siehst, versuchst Du alles, um an dieser Beziehung fest zu halten.

  • Dein Gerechtigkeitssinn ist überdurchschnittlich stark ausgeprägt. Es macht Dich schier wahnsinnig, wenn Menschen in Deinen Augen zu Unrecht behandelt oder verurteilt werden und verteidigst sie vehement. Auch das führt innerhalb von Beziehungen ganz schnell zu Missverständnisse

  • Du hast ein großes Herz für Tiere. Und wenn die dann auch noch schlecht behandelt werden oder in Not sind, leidest Du so sehr mit und bist unsagbar wütend auf den Übeltäter

Körperliche Empfindungen

  • Du kannst laute Geräusche nicht ertragen. Wenn ein Rettungswagen mit aktivem Martinshorn an Dir vorbei fährt, hältst Du Dir die Ohren zu
  • Erschütterungen an Deinem Körper treiben Dich in Kürze in den Wahnsinn. Ruckartige Bewegungen magst Du nicht und Berührungen kannst Du manchmal nicht aushalten
  • Deine Augen mögen kein helles Licht. Wenn die Sonne scheint, hast Du Deine Sonnenbrille dabei. Der Dark-Mode an Tablett oder Handy ist-vor allem Abends- ein Muss
  • Dein Geruchssinn ist überdurchschnittlich gut ausgeprägt. Dabei liegt es an jedem selbst, welche Gerüche als angenehm empfunden werden und welche nicht. Ein frisch geduschter Körper kann dann schon mal echt übel riechen
Zwei Welten miteinander verbunden

Über die Belastungsgrenze

Du fühlst Dich nicht so belastbar wie andere und brauchst eher eine Auszeit. Zum Beispiel fühlst Du Dich von den Eindrücken nach einem Stadbummel ziemlich erschlagen

Das belastet Dich in zweierlei Hinsicht:
1. Die Informationsflut, die auf Dein leistungsstarkes Nervensystem einströmt, bringt den Erschöpfungszustand schnell mit sich UND

2. Du holst das letzte bisschen Energie aus Dir heraus, um einfach dazu zu gehören. Während andere noch voll in Partylaune sind, bist Du mittlerweile im Überspannungsbogen. Doch oft bleibst Du über Deine Belastungsgrenze dabei

  • Du liebst eine ruhige Umgebung. Wenn der Raum abgedunkelt ist, kannst Du Dich noch besser entspannen

Warum ist es so anstrengend, hochsensibel zu sein?

Das Resultat aus der niedrigen Reizschwelle und der intensiven Verarbeitung der Eindrücke, Gefühle und Emotionen – sowohl die eigenen als auch die von anderen – führt dazu, dass sich hochsensible Menschen relativ schnell zurückziehen. Das Verarbeiten der Reize, die auf uns einströmen, kostet viel Energie und somit sind wir relativ schnell erschöpft und fühlen uns müde. Wir brauchen schneller eine Auszeit, als normal-sensible Personen. Die benötigte Zeit für sich und Ruhe können im Umgang mit dem Alltag und Beziehungen sowie in der Freizeitgestaltung schnell problematisch werden.

Es ist tagesformabhängig, ob ein Treffen mit Freunden oder Bekannten Sinn macht oder eher nicht. Wenn zuvor der Alltag schon viele Eindrücke hinterlassen hat, ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir ausgelassen und frei für schöne Aktivitäten sind, eher sehr gering.

Dafür ernten wir oft Unverständnis von der Umwelt – was wiederum zusätzlich belastet. Denn die Meinungen und die Kritik der Anderen beschäftigen uns wieder außergewöhnlich.

Was ist das tolle an dem Phänomen der Hochsensibilität?

Wenn Hochsensible gelernt haben, mit den vielen Reizen umzugehen und sich auf sie einzulassen, erleben sie Dinge, die anderen immer verborgen bleiben werden. Sie sind voll da – im Hier und Jetzt. Und das ist ein berauschendes Gefühl!

UND… dadurch, dass Du nun weißt, dass du hochsensibel bist, kennst Du den Grund für Dein Verhalten und Deine Gefühle. Du brauchst Deine Gefühlsausbrüche nicht mehr zu hinterfragen. Ja, Du bist offensichtlich anders als andere und DAS IST RICHTIG!   DU BIST RICHTIG!

Jetzt, da Du weißt, wie Du tickst, wie und wer Du bist und was Dir Probleme bereitet, weißt Du ganz wunderbar mit Dir umzugehen. Ja, es ist holprig am Anfang und es braucht ein bisschen Zeit, bis sich alles eingependelt hat – doch dann bist Du Profi!

Wie Du deine Fähigkeiten geschickt einsetzt, erzähle ich Dir hier (LINK folgt)

Und wie Du Deine Hochsensibilität in Deinem Beruf verwenden kannst, beschreibe ich hier (LINK Folgt)

Anders - aber Genial

16. August 2020