Ich durfte bisher viele Gespräche mit Pflegefamilien führen. Auf der Suche nach Antworten auf meine vielen Fragen, sind mir immer wieder ähnliche Aussagen oder Erzählungen aufgefallen, die mich darauf schließen ließen, dass es wohl typische Verhaltensmuster bei Pflegekindern, adoptieren Jugendlichen oder Erwachsenen geben muss. DAS WAR SPANNEND!

Auf der Suche nach typischen Verhaltensmustern!

Liegt das Geheimnis etwa darin verborgen? In typischen Verhaltensmustern…? 

Ich sprach mit Pädagogen und denen, die sich tagtäglich mit Menschen befassen und mit ihnen arbeiten. Und jetzt wurde das Ganze noch interessanter. Weiter Fragen kamen hinzu:

  • Was liegt in den Genen und welche Auswirkung hat die Erziehung?
  • Welche Verhaltensmuster sind durch das Fehlen des Urvertrauens entstanden?
  • Wann spricht man von einem frühkindlichem Trauma?
  • Was ist ein Trauma und welche Auswirkungen hat es? (LINK zu Trauma folgt)

Auf meiner Suche nach Antworten auf so viele Fragen, habe ich einige interessante Antworten gefunden!

Was sind denn typische Verhaltensmuster?

Typische Verhaltensmuster sind eine Abfolge von Verhalten oder Handlungen eines Menschen, die unbewusst geschehen. Jeder Mensch hat seit seiner Geburt durch Nachahmung oder Erfahrung, die für ihn typischen Verhaltensmuster, Einstellungen und emotionale Reaktionsweisen gelernt und entwickelt. Diese Muster können allerdings sowohl angepasst als auch weiterentwickelt werden.
Das Gehirn ist die zentrale Schaltstation dazu. (LINK folgt)
 

Typische Verhaltensmuster – Worauf will ich hinaus?

Mir wurde mal diese Frage gestellt: „Warum bist Du nur so?“ Außer, dass ich diese Frage als sehr abwertend empfand, habe ich sie zum Anlass genommen, zu hinterfragen.
  • WARUM bin ich eigentlich überhaupt so?
  • WILL ich so sein?
  • WAS blockiert mich?
  • Was gehört ZU MIR gehört?
  • WAS macht mich aus?
  • WER ich bin? und vor allem
  • WER WILL ICH SEIN?

  • Welche Verhaltensmuster sind so fest in mir verankert, dass sie mich in meinem Leben behindern?

  • In welchen Situation fühle ich mich so hilflos und bin meinem Autopiloten ausgeliefert, dass es nicht mehr tragbar ist?

  • WAS IST ES, dass mich so handlungsunfähig erscheinen lässt?

Wer weiß wer er ist, kann sein wer er will !

Gibt es tatsächlich typische Verhaltensmuster bei Plegekindern / Adoptivkindern, bei angenommenen Jugendlichen und adoptierten Erwachsenen?

JA! Es gibt sie!
Doch treten sie in ihrer Ausprägung auf den einen oder anderen mal mehr und mal weniger zu.

Ich habe typische Aussagen, typische Fragestellungen und die negativen Leitsätze hier mal zusammengefasst. Ich bin mir sicher, dass sich diese Zusammenstellung noch erweitern lässt!

Sie sind mal mehr oder weniger bewusst.

Doch zu Beginn der Reise liegen sie noch tief in uns und schlummern….

Bis wir erwachen…

Hiermit habe ich begonnen: Der Körper – Sympathikus & Parasympathikus

 

Hier ist eine Auflistung der typischen Verhaltensmuster:

  • Der Adoptierte hat kein positives Selbstbild
  • Er will es jedem recht machen
  • Die eigenen Grenzen sind entweder nicht bekannt oder
  • Die eigenen Grenzen können nicht gesteckt werden
  • Von einem Extrem ins Andere gehen
  • Keine Ausdauer für eine bestimmte Tätigkeit oder Handlung
  • schwarz/weiß-Denken – entweder ganz oder gar nicht
  • Vermehrte Schuldzuweisungen an andere
  • oder das Gegenteil (ich bin Schuld)
  • Bindungsstörungen
WER bin ich? Pflegekinder leben mit typischen Verhaltensweisen
  • Fast nur oberflächliche Freudschaften, die häufiger wechseln
  • Sehr Misstrauisch / Wenig bis kein Vertrauen
  • Kontrollsucht
  • Ständige Rückversicherung bei anderen
  • Mangelnde Konfliktfähigkeit – Schwierigen Situationen werden gerne aus dem Weg gegangen
  • Sehr wechselhafte Gefühle – auch mehrmals am Tag extreme Stimmungsschwankungen (von tottraurig bis überglücklich)
  • Das Handling der Finanzen ist oft schwierig – was man hat, muss sofort ausgegeben werden

Negative Leitsätze, die gern verwendet werden:

  • Ich bin nicht gewollt
  • Ich bin nicht erwünscht
  • Mich braucht sowieso niemand
  • Mich hat sowieso keiner lieb –
  • mich braucht niemand
  • Ich bin es nicht wert
  • ich bin nicht genug / bin nicht gut genug
  • Das was ich tue, ist nie genug
  • Ich möchte keinem zur Last fallen
  • Ich vertraue niemandem
  • Ich bin ein schrecklicher Mensch
  • Es darf nicht schön sein (Der Klassiker unter den Leitsätzen)
  • Ich bin für alles verantwortlich –
    natürlich nur für die  schlechten Ereignisse und
    dafür dass alles, was laufen muss, auch läuft
WER bin ich? Pflegekinder haben typische Verhaltensweisen

Typische Aussagen und Fragen in Gesprächen oder Gedanken:

  • Ich kann das alleine
  • Ich brauche niemanden
  • Die interessieren sich sowieso nicht für mich
  • Wie kannst du mich nur lieb haben, wenn ich so ein schlechter Mensch bin?
  • Ich will niemandem etwas schuldig sein
  • Ich bin sowieso nicht beziehungsfähig
  • Ich bin daran Schuld
  • Kannst Du noch ein bisschen bei mir bleiben?
  • Hast du mich noch lieb?
  • Bist du noch da?
  • Bitte geh noch nicht!
  • Bitte lass mich nicht allein!

Das Unterbewusstsein lenkt uns – ob wir es wollen oder nicht

All diese Leitsätze und typischen Verhaltensmuster werden in uns sowohl schon  in der Schwangerschaft als auch in den ersten Tagen und Wochen nach der Geburt angelegt. Sie sind ein Teil von uns… Sie werden aufgrund unserer Erfahrungen und Interpretationen in der Schwangerschaft und in der Kindheit angelegt und verwurzelt. Doch sie haben nur den einen Wunsch in sich versteckt: Ich möchte angenommen werden!

Hilf mir, mich zu finden. Ich möchte der sein, der ich eigentlich bin!

Doch das fällt schwer.. Das was diese Kinder / Jugendliche und Erwachsene sagen und aus welchem Grunde sie sich verhalten, wie sie sich verhalten, können andere nicht nachvollziehen.. Wie auch. Wir können es ja selbst nicht verstehen… NOCH NICHT. Weder die anderen noch wir haben je etwas von (unseren) negativen Leitsätzen (LINK folgt) gehört.

Negative Leitsätze blockieren uns

Viele Menschen haben noch nicht einmal von Leitsätzen oder Glaubenssätzen gehört und wissen nicht, dass diese der Ursprung für Blockaden sind.
(Doch Blockaden trägt jeder Mensch in sich!)

Sie wissen nicht, was es bedeutet, wenn der Autopilot eingeschaltet ist und Dinge von ganz allein geschehen.
(Sie haben noch nicht darauf geachtet, wann es ihnen selbst geschieht)

Die Vernunft kann da leider nichts machen.. Auch mit gesundem Menschenverstand kommt man hier nicht weiter.
Es müsste ein Wörterbuch – ein Übersetzungsbuch geben 😉

Als ich aus meinem Dornröschenschlaf erwachte, war das so…. Das kann ich allein!

Allein mit eigenen Füßen auf dem Boden stehen

FAZIT:  Wir alle sind auf der Suche nach unseren Wurzeln! Und ja… Typische Verhaltensmuster bei Pflegekindern, adoptierten Jugendlichen und Erwachsenen gibt es tatsächlich!

Doch wenn Du auf Dich achtest (mit Hilfe von Achtsamkeitsübungen), kannst DU Dir dessen BEWUSST werden.

Und dann kannst Du für DICH ENTSCHEIDEN, ob Du so sein möchtest oder ob Du etwas verändern möchtest.

2. Juni 2020