Wenn wir verstehst, WARUM etwas so ist, wie es ist, gelingt es oft besser, es in den meisten Fällen anzunehmen. Außerdem haben wir so die Möglichkeit, etwas zu Verändern – wenn wir das möchten.

Was sind Sympathikus und Parasympathikus?

Sympahikus und Parasympathikus sind -einfach erklärt- Nerven, die sich durch den Körper ziehen. Sie haben ihren Ursprung im Gehirn und gehören zum vegetativen Nervensysten.

Das vegetative Nervensystem

Durch das vegetative Nervensystem werden bestimmte Körperfunktionen  in unserm Körper ganz autonom gesteuert – also ohne bewusste Mitwirkung des Menschen. Der Sympathikus und sein Gegenspieler der Parasympathikus sind ein Teil dessen und zuständig für Anspannung und Entspannung in unserem Körper.

Wozu brauche ich den Sympathikus? Was sind seine Funktionen?

Den Sympathikus benötigen wir in Stress-Situationen. Er verhilft uns dazu aufmerksam und in Alarmbereitschaft zu sein. Er regelt die Atmung, den Blutdruck, den Stoffwechsel und die Verdauung.

Ist der Sympathikus in einer (empfundenen) Stress-Situation aktiviert, können wir uns zwischen Kampf oder Flucht entscheiden. (Fight-or-Fly-Modus). Es ist egal, welche Entscheidung wir treffen… Der Körper benötigt dazu in bestimmten Körperregionen mehr Anspannung und Leistung, um sich der Situation anzupassen. Den regulären Betrieb fährt er dafür auf ein Minimum zurück. Wenn Du im Kampf oder auf der Flucht bist, benötigst Du weder Darmtätigkeit noch die Durchblutung der Haut.

Aber Du brauchst Adrenalin! Dein Herzschlag erhöht sich, die Bronchien bereiten sich auf eine erhöhte Lungenfunktion vor, damit die Sauersotffversorgung geregelt werden kann. Der Blutdruck steigt und die Durchblutung der Muskeln ist erhöht. Du bist bereit für den Kampf oder die Flucht!

Detailiertere Informationen zu den Funktionen von Sympathikus & Parasympathikus

Kampf zweier Tiger - Sympathikus und Parasympathikus
Ausgeglichenheit Harmonie

Wozu brauche ich den Parasympathikus? Was sind seine Funktionen?

Sein Gegenspieler – der Parasympathikus steuert die Regeneration des Körpers. Er sorgt dafür, dass die Vorgänge des Sympathikus -nämlich die Aktivierung des Körpers zu Kampf oder Flucht- rückgängig gemacht werden. Der Blutdruck sinkt und der Puls beruhigt sich. Der Parasympathikus aktiviert den Reserveaufbau und die Selbstheilungskräfte, die in jedem von uns stecken. Er bringt Harmonie und innere Ruhe in Dich zurück.

Wenn der Parasympathikus aktiv ist, fühlst Du das so:

  • Ein Gähner entweicht
  • Tiefe Atemzüge durchströmen Dich
  • Gluckern im Bauch
  • Die Muskeln entspannen sich in Deinem Körper – smit fallen die Schultern ein Stückweit nach unten und Dein Kiefer entspannt sich
  • Dein Gehirn entspannt sich und Du lernst entspannt und kannst Dir wieder vieles merken

Wenn der Sympathikus aktiviert ist, fühlst Du Dich:

  • angespannt
  • Dein Mund ist trocken
  • Du atmest schneller
  • Du bist nervös
  • Du spürst, dass Dein Herz rast
  • Es fällt Dir schwer, Dich zu konzentrieren
  • Du hast ein Problem mit dem Magen und damit mit dem Darm
  • Oftmals wirst Du als agressiv oder angriffslustig wahrgenommen
  • Du bist schreckhaft

Körperliche Signale für Aktivierung des Sympathikus

  • Die Pupillen sind geweitet
  • die Speichelproduktion ist gehemmt
  • Bronchien sind geweitet
  • Erhöhte Herzfrequenz
  • Gute Durchblutung der Muskulatur
  • Der Blutdruck ist erhöht
  • Tätigkeiten im Mage-Darm-Trakt sowie der Bauchspeicheldrüse und Galle sind gehemmt
  • Adrenalin wird ausgestoßen aufgrund der Stimulation des Nebennierenmarks

Zusammenfassung

Das vegetative Nervensystem arbeitet autonom. Wenn der Sympathikus in einer Stress-Situation aktiviert wird, übernimmt uns unser Autopilot. Wir sind NUR NOCH zum Kampf oder zur Flucht bereit – zu mehr ist das Gehirn gerade nicht in der Lage. Du kannst weder klar denken noch strukturierte Entscheidungen treffen. Du bist für logisches Denken oder Zuhören gerade nicht mehr zugänglich und reagierst alles andere als überlegt. Du bist handlungsunfähig!
ABER…

Wie aktiviere ich den Parasympathikus?

Doch das muss kein Dauerzustand sein! Darf es auch nicht! Denn wenn sich der Körper ständig in dem Fight-or-Fly-Modus bewegt, wird unser Körper krank (und Du hast das Gefühl, durchzudrehen!)!

Der Parasympathikus lässt sich durch vegetativ wirksame Verfahren aktivieren

Dazu gehören Achtsamkeitsübungen, verschiedene Atemübungen, Yoga oder verschiedene andere achtsamkeitsbasierte Stressreduktionsübungen. Somit übernimmst Du das Steuerrad wieder für Dich und Deinen Körper und Dein Autopilot kann Dich mal.

Der Körper ist schon ein Phänomen. Wir alle bewegen uns standardgemäß innerhalb unseres Ressourchen-Bereichs. Der eine kann mehr Stress ab – der andere weniger. Im Alltag regelt der Mensch den Stressabbau schon oftmals über das Unterbewusstsein indem er Dingen nachgeht, die ihm gut tun. Der Körper hat nämlich von Grund her Selbstheilungskräfte – Zum Beispiel gehen wir laufen oder machen einen Spaziergang.

Bildlich kann man sich die Bewegung innerhalb des Ressourchen-Bereichs so vorstellen:

Der Bereich zwischen den beiden waagerechten Linien ist unser Ressourcen-Bereich. Allgemein können wir uns innerhalb dessen durch den Alltag bewegen; auch stressigen Situationen begegnen und diese meistern.
Die Wellenbewegungen innerhalb dieses Bereichs stellen den Sympathikus und den Parasympathikus dar. Mal ist der eine aktiv (Sympathikus im Bogen oben durch Stress-Situationen) mal ist der andere aktiv (Parasympathikus im Bogen nach unten durch z.B. Atemübungen oder ähnliches) und der Autopilot spring an.

Bild zum Ressourcenbereich

Fazit: Das Gefühl der Handlungsunfähigkeit können wir mit erdenden Übungen wie Achtsamkeitsübungen, Atemtechniken oder Yoga entgegenwirken

Atemübungen, Achtsamkeitsübungen und erdende Übungen aus dem Yoga

Vegetativ wirksame Maßnahmen zur Stressreduktion aktivieren den Parasympathikus. Hierzu gehören Atemübungen, Achtsamkeitsübungen, erdende Übungen aus dem Yoga. Wenn Du dauerhaft etwas verändern möchtest, bleib dran!! Es lohnt sich!!

Atemübungen

Auch in Akutsituationen sind Atemübungen sehr hilfreich und schnell umsetzbar! Siehe hierzu meine Erste Hilfe bei Stress-Seite  (befindet sich weiterhin im Aufbau)

  • Tiefe Bauchatmung
  • Wechselatmung
  • Atem-Übung gegen Angst
  • Bienensummen

Erdende Yoga-Übungen zum Aufbau der eigenen Sicherheit

  • Der Hund (LINK folgt)
  • Vorwärtsbeuge
  • Stütz
  • Bauchentspannungslage
  • Schmetterling
  • Drehsitz
  • Kuhgesicht
  • Seitstütz
  • Stehende Vorwärtsbeute
  • Sonnengruß
  • Dreieck
  • Rückenentspannungslage (Shavasana)

Weitere Übungen zur Achtsamkeit und Erdung

  • MEHR zum Thema Shakren stärken (LINK folgt)
  • MEHR Achtsamkeitsübungen (LINK folgt)
  • MEHR Übungen, um sich zu erden (LINK folgt)

Zu viel Stress im Körper eines Pflegekindes

Bei Pflegekindern oder angenommen Jugendlichen und adoptierten Erwachsenen ist es sehr oft so, dass in früher Kindheit schon so viel Stress produziert und im Körper gespeichert wurde, dass sie sich schon im normalen Alltag außerhalb des Ressourchen-Bereichs aufhalten. Damit wächst man auf und das was für andere Oversized ist, ist für diese Menschen der Normalzustand.

Das bedeutet, dass die Regulation durch Atemtechniken, Yoga oder Achtsamkeitsübungen oder Stress-Rauslasser gar nicht mehr so ohne weiteres mal eben möglich ist – wie bei Menschen, die nach ihrer Geburt nicht so viel Stress erlebt und gespeichert haben.

Es bedarf Kontinuität darin! Ständiges Üben! Lösen der Blockaden!

Wenn man das von sich weiß und anderen kund tut, kann das sehr viel Erleichterung und Ruhe in den Tag bringen.

Es geht nicht darum bemitleidet zu werden!

Es geht darum, glücklich zu sein – Ausgeglichen zu sein! Es geht darum, mit anderen Menschen in Kontakt sein zu können und den Alltag als SCHÖN zu erleben.

Das Ziel ist es, uns während des Tages innerhalb des Ressourcen-Bereichs zu bewegen

Wenn wir uns innerhalb des Ressourchen-Bereichs bewegen, kommen wir gut durch den Tag. Wir können uns immer wieder so gut regulieren, um den Autopiloten schnell wieder unter Kontrolle zu bringen und handlungsfähig zu sein.

Was ist aber, wenn wir es NICHT mehr schaffen, uns innerhalb des Ressourcen-Bereichs zu bewegen?
Dann kommen Überspannungsbogen & Unterspannungsbogen ins Spiel

17. Juni 2020