Urvertrauen

In den ersten Tagen und Wochen wird das Urvertrauen im Körper gespeichert. In dieser Zeit und in der Prägephase innerhalb der nächsten Monate bildet sich sowohl das Urvertrauen weiter aus. Und es entwicklet sich dauraufhin das Selbstwertgefühl.

Wir kommen zur Welt, werden entbunden und sind völlig hilflos. Biologisch gesehen sterben wir, wenn wir keine Bindungsperson finden, die uns annimmt.

Für Kinder ist es prägend, ob sie bedingungslos geliebt werden oder ob sie etwas dafür tun müssen, um bedingungslos geliebt zu werden.

Liebevolle Annahme nach der Geburt

Wenn wir nach der Geburt auf gute Bedingungen stoßen – auf Eltern, die uns liebevoll annehmen, dann entsteht ein tiefes Gefühl von Vertrauen „Ich bin es wert, dass man sich um mich kümmert“ und im Großen und Ganzen kann ich mich auf die Welt da draußen verlassen. Dieses Gefühl wird im Körper abgespeichert.

Wie kann ich meinem Baby Urvertrauen schenken?

Eigentlich ist es ganz einfach, Deinem Baby Urvertrauen zu schenken.

  • Hab es lieb, sei für Dein Baby da…
  • Im Säuglingsalter gibt es kein Verwöhnen – auch wenn die Ältere Generation das noch denkt
  • Schreien lassen stärkt NICHT die Lungen! Das ist völliger Quatsch!
  • Reagiere auf das Schreien Deines Babys – es ist die einzige Möglichkeit für Dein Kind, sich bemerkbar zu machen
  • Gib ihm Zwendung und Streicheleinheiten
  • Rede mit Deinem Baby
  • Lächel Dein Kind an
  • Schmus mit ihm, kümmere Dich
  • Gib Deinem Baby das Gefühl, dass es der wichtigste Mensch in Deinem Leben ist.

Und wenn es nicht DEIN Baby ist… macht nichts! Du machst jedem Säugling damit ein Geschenk, das so wertvoll ist!

Selbstwertgefühl

Für ein gutes Selbstwertgefühl ist die Balance zwischen Bindung und Autonomie die Basis. Menschen die Urvertrauen aufgebaut haben, haben ein gutes Selbstwertgefühl, sind nicht so ängstlich, sind nicht leicht zu stressen und können auf sich besser vertrauen als andere. Sie haben aber auch generell eine höhere Bereitschaft, anderen Menschen zu vertrauen. Das macht sie beziehungsfähig. Außerdem ist es ein Faktor für seelische Gesundheit.

Die Wissenschaft hat die Erkenntnis gewonnen, dass bei Menschen, die dieses Urvertrauen nicht erworben haben, das Gehirn anders ausgeprägt ist. Die Stresszentren sind reagibel und die Stressregulation funktioniert schlechter. Das Angstzentrum springt schneller an und ist schlechter zu regulieren.

Für Pflegekinder und Adoptierte

Bei Kindern, die nach der Geburt zur Adoption freigegeben wurden oder auch ohne Adoption einen schlechten Start hatten, ist der unbewusste Kämpfe ums Überleben aktiviert. Sie haben schon recht früh nach der Geburt oder in den ersten Monaten erlebt, dass sie auf sich allein gestellt waren und Vertrauen nie richtig erlebt haben.

Selbstwirksamkeit erleben

Für Säuglinge und Kleinkinder ist das Schreien die einzige Art, auf sich aufmerksam zu machen. Es ist die einzige autonome Handlung, die es hat. Es ist die einzige Möglichkeit, um auf seine Beziehung Einfluss zu nehmen, um etwas zu bewirken, um zu sagen „hey ich bin hier und ich brauche etwas“. Es erfährt hier schon seine Selbstwirksamkeit.

Wenn Du Dir dessen bewusst wirst, kannst Du Dir dann vorstellen, was in so einem kleinen Wesen vorgeht, wenn keiner reagiert? Ob mit angelegtem Urvertrauen oder ohne.. Hier können schon Gefühle von totaler Hilflosigkeit, Ohnmacht und Ausgeliefert sein entstehen.

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